Bienen

Wesensgemäße Bienenhaltung bedingt den Naturwabenbau!

Die Haltung und Pflege von Bienen, so wie wir das verstehen und leben, hat auf einem biodynamisch bewirtschafteten Hof eine zentrale Schlüsselposition.

Jeder Mensch ist ein Individuum, so auch ein landwirtschafticher Hof mit all seinen Bewohnern, Tieren, Agrarflächen und Produkten, die daraus entstehen – ein sogenannter Hoforganismus.

So wie wir das als Individuum nicht isoliert leben können, kann es auch ein landwirtschaftlicher Hof mit seinen Einzelaspekten nicht. Das eine bedingt das andere, unmittelbar und mittelbar. Je harmonischer dieser Kreislauf funktioniert, desto spürbarer erleben die Beteiligten (Lebewesen) diese wohltuende aufbauende Wirkung und darüber hinaus auch die angrenzende Umwelt mit ihren Bewohnern. Eine Leichtigkeit und Freude, Achtung und Demut, sowie Dankbarkeit liegt dann in der Luft – die wir alle atmen!

Und was hat das mit den Bienen zu tun? Können Sie sich ein Leben ohne Fortpflanzung vorstellen? Einen Großteil unserer Lebensmittel/Nahrungsmittel, wie z.B. Obst und Gemüse, können wir nur deshalb ernten und essen, weil die Blüten von Insekten bestäubt wurden, Bienen übernehmen hier den überwiegenden Teil. Es werden noch viele andere Pflanzen bestäubt – somit ist dessen Wiederkehr gesichert -, die als Futtergrundlage und natürliches Heilmittel unseren Nutztieren und anderen Wildtieren dienen.

Dieser Liebesdienst der Bestäubung, das Vorleben der sozialen Ordnung im Bienenstock, die einzigartige Qualität von Honig, Wachs, Propolis, u.a. zeigen uns die unmittelbare Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Dir und Mir!

Biodynamisch durchs Bienenjahr

Jetzt im Frühjahr, wo wir die zunehmende Kraft der Sonne und die Helligkeit schon deutlich wahrnehmen und die Natur ihre ersten bunten Blüten zeigt, sind auch die Bienen bereits emsig am Werk und erfreuen mit ihrem Summen unser Herz.
Jetzt gilt es wieder, gut zu beobachten, sich Zeit zu nehmen und still zu werden vor dem Bienenstock. Was nehme ich wahr, was sehe ich am Flugloch, tragen die Bienen schon Pollen ein, wie ist ihr Putztrieb, werden ihre abgelebten Schwestern aus dem Stock gebracht? Was kann ich hören, wenn mein Ohr an der Beutenwand lauscht, wie riecht mein Bienenvolk jetzt?

Erkenne ich Unterschiede zwischen meinen Völkern? Fragend, an und mit den Bienen zu arbeiten, mitteilend, was ich mit ihnen machen möchte, ist eine gute Möglichkeit, mit den Tieren, die uns anvertraut sind, die wir „halten“, in wessen Beute wir sie eingeschlagen, auf welchen Standort wir sie gestellt haben ,in Beziehung zu kommen. Vom heutigen Fachwissen der Bienenbiologie hinüberzusteigen auf ihre Seite und von da aus zu schauen, zu fühlen, was sie denn brauchen, um ihrem Wesen gemäß, ihrer Art gemäß, leben zu können.

Bei dieser Art der Bienenhaltung, wo entscheidend die „innere Haltung“ mitschwingt, werden in der Folge auch die äußeren Handlungen und Entscheidungen von dieser inneren Haltung geleitet.
Für das diesjährige Frühjahr, zumindest hier im Osten, wo der Winter sehr mild und die Natur um Wochen früher dran ist als sonst, gilt es besonders den Futtervorrat unserer Bienen im Auge zu haben, für etwaige Wetterkapriolen vorgesorgt zu haben. Die Vorsorge sollte uns ein ständiger Begleiter bei unserer Arbeit mit den Bienen sein, gewöhnen wir uns an, so gut wie möglich vorbereitet zu sein, Dinge gleich zu erledigen und vorausschauend zu planen und herzurichten.

Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl und Stress vermeidend, wenn ich im Falle des Handelns danach greifen kann und es ist da!
Habe ich genug Leerzargen, sind die Rähmchen schon fertig, wenn heuer Schwärme gehen, womit fange ich sie ein, wo kann ich sie einlogieren, könnte ich auch zeitgleich einen zweiten oder dritten versorgen? Habe ich einen möglichen Aufstellungsort?

In diesem Sinne wünsche ich euch ein glückliches und freudiges Bienenjahr, viele Einblicke aus Sicht der Bienen, die uns Menschen dazu veranlassen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dem jeweiligen Wesen gemäß, in dessen Beziehung wir stehen (das gilt auch zwischen Menschen ), gerecht werden.

Imker Oskar Anderl

Naturwaben-Imkerei

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